startseite

plischke
lebenslauf freunde und bekannte blog
plischke

Lebenslauf

Aha, Sie sind also neugierig geworden, was eigentlich „im Plischke“ steckt? Dann will ich Sie mal nicht länger auf die Folter spannen. Auf dieser Seite finden Sie meinen (etwas ausführlicheren) Lebenslauf. Beim Unterpunkt „Freunde und Bekannte“ finden Sie Links auf die Seiten von Freunden, geschätzten Kollegen und sogar einigen ausgewählten Geschäftspartnern. Für den Inhalt dieser Links übernehme ich natürlich keine Haftung. Der Unterpunkt „Blog“ führt Sie direkt auf meinen Blog „Im Blogschke“, wo ich in schöner Unregelmäßigkeit Neuigkeiten und Gedanken auf dem Markt der Eitelkeiten feilbiete. Schauen Sie doch einmal hinein und kommentieren Sie meinen Irrsinn nach Herzenslust.

Geboren wurde ich in einer Stadt, wie sie schwerer gezeichnet von einer entfesselten chemischen Industrie kaum sein könnte: Ludwigshafen am Rhein. Als hässlicher Zwilling des erhabenen Mannheims schwingt hier eine immerhungrige, grausam-gütige Königin namens BASF ihr Zepter.

Ich selbst bin das mittlere Kind eines Diplom-Psychologen und einer kaufmännischen Angestellten. Das Haus, in dem ich den Großteil meiner Kindheit und Jugend verbrachte, musste mittlerweile kommerziellen Interessen weichen (meine geschätzte Großmutter gibt einer großflächigen Untertunnelung durch Ratten die Schuld; eine These, der ich mich nur bedingt anschließen möchte…).

Da sich Eltern und Obrigkeit heute sorgen, ein Kind könne durch das Tragen von Kopfhörern und dem gleichzeitigen Abspielen lauter Musik erhöhten Gefährdungen im Straßenverkehr ausgesetzt sehen, möchte ich kurz darauf verweisen, dass man im Gehen gefahrlos lesen kann, sofern man über einen derart wachsamen Schutzengel verfügt wie ich. Meine damalige trotz Lektüre katzenhafte Gewandtheit verdankte ich womöglich aber doch eher dem Umstand, dass ich an 40-Tonner gewöhnt war und früh wusste, dass die meisten Sattelschlepper nur spielen wollen und man eine Begegnung mit ihnen unbeschadet übersteht, wenn man sich an einige einfache Regeln hält: Man darf Ihnen nie in die Augen sehen, nicht vor ihnen weglaufen und sie nicht beim Fressen stören (unter Umständen helfen diese Tipps auch bei Hunden).

Die gleichen Regeln retteten mich des Weiteren vor größeren Beschädigungen zu jenen Zeiten, da ich noch eine Grund- und Hauptschule besuchte. Meine Jahre am Gymnasium enthielten alle wesentlichen Merkmale eines Heranwachsendendaseins: vermeintlich gewagt-rebellische Kleidungs-, Sexualpartner- und Frisurenwahl sowie berechtigte Zweifel an der mentalen und moralischen Verfasstheit aller Menschen dieser Welt mit Ausnahme des engsten Freundeskreises.

Gedient habe ich im Übrigen auch, und zwar an einer Ökumenischen Sozialstation, wo ich in der mobilen Altenpflege eingesetzt war. Dies eröffnete mir zum einen faszinierende Einblicke in die Anatomie des menschlichen Körpers, zum anderen ließ es mich die Aussage „In Deutschland gibt es keine Armut“ als Schutzbehauptung der fraglichen Stellen erkennen (‚halbseitig gelähmt in einer Dachwohnung ohne Warmwasseranschluss – selbstverständlich in einem Altbau ohne Aufzug‘ zählt für mich als zumindest ärmliche Existenz, obgleich es sich gewiss nicht mit den Abgründen messen lässt, in die die herrschende Ordnung Menschen in zahlreichen anderen Ländern stößt).

Aufgrund solcher und ähnlicher Erfahrungen mit einem ausreichenden Maß an weltverbesserischer Verve ausgestattet, nahm ich in Mannheim ein Studium der Sozialwissenschaften und der Psychologie auf. Selten fühlte ich mich deplatzierter, weshalb ich die sich recht unvermittelt bietende Chance, eine Ausbildung zum Verlagskaufmann zu absolvieren, dankend annahm. Da es mir gelang, den einen oder anderen italienischen Mönch aus dem 14. Jahrhundert zu channeln, meisterte ich selbst das gefürchtete Fach Buchhaltung. Es war ein so schönes Gefühl, ein Buch zu halten, dass in mir der Gedanke reifte, irgendwann einmal ein Buch halten zu wollen, an dessen Zeugung ich unmittelbar beteiligt war. Bücher fremder Leute hatte ich mittlerweile in meinem Ausbildungsverlag zur Genüge gehalten.

Dem Ruf der Liebe und besserer Studienbedingungen folgend verschlug es mich in den hohen Norden, wo ich zähneknirschend eingestehen musste, dass es einen spürbaren Unterschied zwischen dem Leben in der Elbmetropole Hamburg und meiner bisherigen Wirkungsstätte Ludwigshafen am Rhein gab – wie etwa die Tatsache, dass Hamburg mit einer Universität aufwarten konnte. Mit der dumpfen Ahnung, einen bereits einmal begangenen Fehler zu wiederholen, verpuppte ich mich und entschlüpfte meinem Kokon als Student der Anglistik, Amerikanistik und Medienkultur. Besagte dumpfe Ahnung erwies sich übrigens als verlogene Metze, denn nur wenige Jahre später und kurz vor Einführung der Studiengebühren hatte ich einen Titel erworben – eine Zeit, die ich zudem nutzte, um meine schriftstellerischen Ambitionen voranzutreiben.

Bis auf Weiteres gedenke ich, Hamburg treu zu bleiben. Allein schon deshalb, weil sowohl meine Frau als auch mein Mann sich diesen Ort als Heimat auserkoren haben.


Mitglied der Hamburger Autorenvereinigung

Mitglied der VS

Mitglied des Montségur-Autorenforums



plischke